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Weihnachtsbrauchtum im Bornaer Land

Der Heimatverein des Bornaer Landes e. V. sieht es für eine seiner Aufgaben an, das Wissen um altes Brauchtum wachzuhalten. Durch seine Veröffentlichungen will er dazu beitragen, daß diese nicht verloren geht. Genauso wie alte Bürger- und Fachwerkhäuser, Parks und Herrenhäuser sowie Boden- und Flurdenkmale gehört das Volksleben mit allen seinen Sitten und Bräuchen zu dem uns überlieferten kulturellen Erbe. Wie unsere Vorfahren lebten und arbeiteten, wie sie ihre Feste vorbereiteten und feierten, darf uns nicht gleichgültig sein, weil es die Wurzeln unserer Identität sind.

Brauchtum unterliegt einem fortwährenden Wandel. Es verändert sich, nimmt neue Elemente auf und läßt die verschwinden, für die es in der heutigen Zeit keinen Bezug mehr gibt. Beste Beispiele dafür sind die Bräuche und Sitten zur Weihnachtszeit. Weihnachten ist so tief in der Seele des Volkes verwurzelt, daß ihm der Zeitgeist wenig anhaben konnte, obwohl gerade das Weihnachtsbrauchtum einem starken Wandel unterliegt, wie besonders die letzten Jahrzehnte gezeigt haben.

1936 haben Lehrer im Auftrag der Landesstelle für Volksforschung das sächsische Weihnachtsbrauchtum erfaßt und dokumentiert. Für die ehemalige Amtshauptmannschaft Borna hatte Max Liebig, Lehrer in Hagenest, die Auswertung übernommen. Der Heimatverein des Bornaer Landes e. V. veröffentlicht diese Erhebung bis – auf zeitbedingte Änderungen – in unveränderter Form. Beim Lesen wird man merken, daß manches, was vor 60 Jahren festes Brauchtum war, verschwunden ist. Anders wiederum, welches die Arbeiter und Angestellten der Großbetriebe aus ihrer Heimat mitgebracht hatten, ist heute unverzichtbarer Bestandteil unseres Weihnachtsfestes.

Vielleicht hilft diese kleine Schrift, daß Vergessenes wiederbelebt wird, damit mit dem die Weihnachtszeit ihren Reiz uns ihre Faszination behält und nicht zum bloßen „Geschenkweihnachten“ verkommt.